April/Mai 2019

Reisebericht 26. April bis 18. Mai








Unsere Reisegruppe mit Christa, Bakary, Nicole, Valentin, Iris, Hermann, Gudrun und Roland sind pünktlich am 18. Mai um 14 Uhr in Stuttgart gelandet. Der Flug ging über Istanbul, dort hatten wir ca. 4 Stunden Aufenthalt.
Es wird ein paar Tage dauern, bis der Bericht komplett fertig ist. Bitte um Verständnis. Vorläufig mal für ein paar Tage nur Text, Bilder folgen.


26. April, Anreisetag


Brigitte, Christa und Bakary und haben bei uns übernachtet, der Wecker klingelt um 2.30 Uhr, aufstehen, duschen, ein kleines Frühstück. Kurz nach 4 Uhr sind wir losgefahren. Ramona hat uns mit dem Flughafentaxi mit Anhänger von der Fahrschule Reichert (Stetten) abgeholt, in Schwenningen sind Iris und Hermann noch zugestiegen. Ab nach Stuttgart zum Flughafen.
Ohne Probleme ging es von dort mit einer kleinen Verspätung und der Turkish Airline nach Istanbul, und von dort um 13 Uhr nach Nuakschott/Mauretanien, Auftanken, und dann nach Gambia. Pünktlich um 20 Uhr sind wir gelandet.
Klar, mit unseren beiden Koffern mit Insulin musste ich zur Kontrolle, nach einem kurzen Check er hat uns gleich weiterlaufen lassen.
Um 22 Uhr sind wir im Kololi Beach Resort angekommen, noch ein wenig zusammensitzen, und dann ab ins Bett.







Samstag, 27. April


Kein festes Programm heute. Gerhard ist gestern Abend ebenfalls angekommen, über Brüssel.
Auch Lamin Dibba ist heute eingetroffen, er kam aus Halifax/Kanada zurück, für 2 Monate ist er nun hier.
Frühstück im Hotel, anschließend ein großer Einkauf im Supermarkt, wir wollen uns mit dem Frühstück selbst versorgen.
Am Nachmittag kam Sukai Kah, sie hatte in der Pakala-Klinik als Chefschwester gearbeitet. Wir haben uns zusammengesetzt und darüber diskutiert, wie das Projekt weiterlaufen kann. Dr. Gaye ist im Moment schon schwer erkrankt, und wir wissen nicht, wie es mit dem Projekt dort weiterlaufen kann. Sie hat tolle Visionen, und es braucht halt nicht nur Zeit, diese umsetzen. Die wichtigste Idee ist, ein Diabeteszentrum aufzubauen, und das bestehende Netzwerk zusammenzuführen.
Übrigens, unser Container ist pünktlich angekommen, am 16. April lag das Containerschiff "Gluecksburg" am Kai im Hafen. Am Donnerstag, 25. April, wurde er von unserem zuverlässigen Team ausgeladen.
Etliche Telefonate heute im Laufe des Tages sind eingegangen. Einiges musste organisiert werden.





Sonntag, 28. April


Heute morgen ging es nach dem Frühstück zum Lager, sichten und sortieren. Alle waren dabei: Brigitte und Alieu, Nicole und Vali, Christa und Bakary, Iris und Hermann, Gerhard, Gudrun und Roland. Einiges an Material konnten wir schon verteilen, vor allem das Material für Dr. Gaye's Pakala-Klinik wurde von Nancy abgeholt.
Am Nachmittag kam Isatou Jallow und Lamin Dibba zu uns. Wir haben uns zusammengesetzt und die grünen Karteikarten zusammengeführt und ergänzt. Die sind mittlerweile unsere wichtigste Arbeitgrundlage.





Montag, 29. April


Was sonst: nach dem Frühstück ging es wieder zum Lager, es ist schon eine Menge zum Sortieren. Für die Familie in Lamin Daranka, die Singateh's, haben wir eine Menge aufgeladen, Bekleidung für die kleinen und größeren Kinder, Matratzen, vieles mehr, wo wir meinen, sie können es gebrauchen. Lamin Dibba hat den Transport begleitet.
Anfang letzten Jahres haben wir in Stetten Sachen aus dem Frisörsalon "Urban" bekommen. Lamin Dibba's Schwester ist dabei, einen Beautyshop zu eröffnen, und sie hat das, was wir mitgebracht haben, mit den Sachen der Singateh's vor ihren Salon gebracht bekommen.
Unser "kleiner" Sait Dem, er ist 21 Jahre alt, hat Abou, unser Taxifahrer abgeholt. Er betreut einen kleinen Shop in Latrikunda, und durfte sich das, was er braucht, zusammensuchen. Er war echt überglücklich.
Am Abend ging’s in Restaurant Musa‘s Bendula. Nur kurz danach sind wir müde ins Bett gefallen.





Dienstag, 30. April


Es war heute fast der gleiche Ablauf. Weiter sortieren, fast alle haben bis zur Erschöpfung gearbeitet. Roland kann halt keine Klamotten sortieren, da hat er zwei linke Hände.
Lamin kam mit seiner Schwester Binta, sie hat sich ein paar Klamotten für Basiru geholt. Und Binta hat gleich mal Basiru's Mutter Kiney mitgebracht. Basiru lebt ja seit November bei Binta...
Vor einiger Zeit hatten wir uns entschlossen, 30 von den Diabetikern in die Kanifing-Klinik und dort in die Augenklinik zu schicken. Das hat Eliman Jobe und Isatou Jallow vorbereitet und organisiert. Letztendlich sind 20 Personen untersucht worden. Fünf davon haben nicht gewusst, dass sie schlecht sehen, weitere sieben Personen haben eine beginnende Retinopathie, eine davon hat grünen Star. Um 15 Uhr hatten wir einen Termin in der "Sheick Yamed" Augenklinik im Kanifing Hospital und konnten mit Fr. Dr. Haddy Sohna die Befunde besprechen.





Mittwoch, 1. Mai


In Gambia ist heute,am 1.Mai, ebenfalls ein Public Holiday. Wir (außer mir) haben die letzten Tage genug im Lager gearbeitet. Deshalb haben wir nur das Material für Amie Colley und ihre Familie geholt. Über Umwege, wegen des trotz des Feiertages starken Verkehrs, sind wir nach Abuko zur Familie gefahren. Ein tolles Lunch war vorbereitet.
Am Haus ist zwar weiter gebaut worden: es ist innen verputzt, aber es fehlen noch die Fenster, die Türen und der Boden. Ihr Ehemann glaubt, dass sie in etwa 2 bis 3 Monaten dort einziehen einziehen können. Es fehlt an Geld...





Donnerstag, 2. Mai


Eliman Jobe war der erste Besucher heute morgen, er hat seine Teststreifen, das neue Blutdruckmessgerät und Stechhilfen für das Gudrun Medical Laboratory in Sinchu Alaghie abgeholt.
Nach dem Frühstück heute morgen sind wir am Strand zum Leybato gelaufen. Mal ein Tag dazwischen ohne Arbeit ist für alle willkommen.
Naja, für mich kam die John-Pickering-Schule dazwischen. Ich musste nach 1 Stunde vom Strand abbiegen, um mit Kalipha Jobe und seinen Begleitern zum Lager zu fahren, und Labdoo-Laptops dort abzuholen. 15 Laptops haben wir von Labdoo bekommen, um den entstehenden IT-Raum in der John-Pickering-Schule (in Lamin Daranka) auszustatten. Aktuell wird dort am neuen Gebäude, wo zwei IT-Räume entstehen sollen, das Dach aufgesetzt.
Ansonsten haben wir für die beiden Messtage morgen und übermorgen alles zusammengestellt, damit wir nichts vergessen.





Freitag und Samstag, 3. und 4. Mai


An diesem Wochenende waren wir in der Pakala-Klinik, Lamin Dibba und wir hatten insgesamt 65 Typ1er eingeladen. Am Freitag kamen waren 22 da, am Samstag kamen 35. Unsere ganze Gruppe hatte alle Hände voll zu tun. Der Blutzucker, der Langzeitzucker, Körpergewicht, Körpergröße, Blutdruck, Messgeräte auslesen, da, wo Zeit blieb, die wichtigsten Diabetes"infos" rüberbringen. Mit einigen mussten noch die Ergebnisse der Augenklinik besprochen werden.
Unser Eindruck insgesamt: es gibt noch etliche mit HbA1c > 14% (20!!), es sind, bis auf 3 Ausnahmen, alles CT'ler. Aber von der Tendenz her sinkt der Durchschnittswert, über alle gerechnet. Einige hatten ein echt besseres Ergebnis als noch im November. Manche trampeln auf der Stelle.





Sonntag, 5. Mai


Heute Morgen kam unser gambischer "Finanzminister", F. Manly-Elliott, "Kwamla". Ihm schulden wir das Geld für die ganzen Gebühren im Hafen wegen des Containers, und obendrein waren etliche Ausgaben an Schulgeldern usw., seit November, zu begleichen.
Später sind wir wieder ins Lager, um weiter zu sortieren...hat das mal ein Ende??
Am Abend waren wir bei Eliman und Familie eingeladen.





Montag, 6. Mai


Es kam nicht überraschend - ab heute ist Ramadan!!
Gegen Nachmittag haben wir 12 Diabetiker ins Lager eingeladen - alle kamen und haben ihre Sachen abgeholt.
Gudrun und ich konnten am Abend Dr. Gaye zuhause besuchen. Er ist ein paar Tage daheim, und ist schwer erkrankt. In Dakar musste er sich einer großen OP unterziehen. Soweit fühlt er sich ganz gut. Nun wird er die nächsten 6 Monate 2x pro Monat nach Dakar müssen, um die Behandlung fortzusetzen.

Alieu, von uns allen und vielen vielen weiteren Menschen: die besten Wünsche und eine schnelle Genesung!





Dienstag, 7. Mai


Heute morgen sind Nicole, Gerhard und Roland nach dem Frühstück zunächst zu Muhammed Willan. Er hat sein Fahrrad bekommen (es ist das Dritte...) und 1 Sack Reis. In der Schule ist er topp. Er hat uns begleitet, wir sind zu Fatima Mendy in die Familie, und dann zur John Pickering Schule. Dort haben wir die Labdoo-Laptops hinbringen lassen. Mit Kalipha haben wir die dort entstehenden Klassenräume angeschaut, und das Gebäude, in dem sich so ab September die beiden Räume mit den Computern befinden sollen.
Sie alle wohnen in Lamin Daranka, deshalb ging es auch zu Kumba Bah nachhause. Der obligatorische Messgerätecheck: sie hatte tatsächlich angefangen, ihren Blutzucker häufiger zu messen.
Anschließend noch der Besuch bei den Singateh’s, die in absolut ärmlichen Verhältnissen leben. Das freut uns ganz besonders: mit der Finanzspritze ist das Dach seit November repariert worden, und die beiden hinteren Räume, die durch ein Feuer zerstört wurden, sind bewohnbar.
Gegen 16 Uhr kamen nochmals 10 Typ1er, und haben die Sachen abgeholt, die echt mühsam von unserem Team zusammengestellt worden waren. Alle haben etwas Fahrgeld bekommen (so wie Gruppe von gestern), und dann ging es zum "Turntable" in Bijilo. Von dort aus konnten sie jeweils mit dem Buschtaxi nach Hause fahren.





Mittwoch, 8. Mai


Heute morgen sind wir wiederum zum Lager (gell, euch reicht es jetzt, davon zu lesen...), aber nur um das Klinikmaterial aufzuladen und ins Edward Francis Small Teaching Hospital (EFSTH) zu bringen. Ein paar Sachen waren für Isatou Jallow dabei. Drei Säcke mit Bekleidung für 3 weitere Typ1er wird sie in den nächsten Tagen verteilen.
Im EFSTH haben wir den Nachfolger von Ousman Jammeh getroffen, Demba Bah. Ein kurzer Besuch bei Momodou Lamin Jammeh, dem Publik-Relation-Manager, um ihm unsere mitgebrachten Instrumente (die hat unser Hermann zusammengetragen), Einmalhandschuhe usw. zu übergeben.
Dann ging es mit Sukai Kah zur Dialysestation, dort haben wir Edward Mendy besucht. Er ist grade mal 25 Jahre alt. Anschließend ging es zur internen Station, um drei Diabetiker zu besuchen. Wenn überhaupt, werden sie dort mit Mischinsulin 30/70 versorgt. Alle drei hatten kein Messgerät.
(Auf dieser Station lag auch Demba, er wurde vor 1 Woche mit einer Ketoacidose eingeliefert. Auch er hatte kein Messgerät. Wir haben Isatou gebeten, ihm eines zu bringen. Die Tage darauf hatte sie uns berichtet, dass er beim Husten Blut spuckt. Wir konnten noch dafür sorgen, dass ihm eine Blutprobe genommen wurde, und in ein Labor nach Kotu geschickt wird. Seiner Mutter hatten wir am Morgen des Donnerstag, 16. Mai, noch Geld für Medikamente und Essen zukommen lassen. Am Abend jedoch hat uns Isatou darüber informert, dass er verstorben ist. So ist es oft: wenn kein Geld für Medikamente aufgebracht werden kann, dann kann dies der Verlauf sein - traurig - vergleicht das mit unserem Gesundheitssystem! Im Schlepptau von Eliman Jobe, er arbeitet im Labor des EFSTH (das aber im Moment komplett "am Boden" ist), war nochmals ein Mädel, die wir mit ICT-Insulinen versorgt haben.)
In der Diabetesambulanz haben wir Peter getroffen, er kennt uns aus der Vergangenheit, vor ca. 9 Jahren hatten wir den Kontakt verloren, als Dr. Gaye noch dort gearbeitet hatte.
Im Ambulanzraum hat Sukai Kah dann ein kurzen Vortrag über Diabetes gehalten, die anwesenden Diabetiker waren alle insulinpflichtig, so um die 12 Personen. Ihre und unsere Idee ist, auch dort um das EFSTH eine Art Netzwerk aufzubauen. Jedenfalls soll "unsere" Isatou Jallow dort ebenfalls integriert werden. Mal schauen, wie wir das hinbekommen.
Zum Lunch waren wir bei Isatou Jallow eingeladen.





Donnerstag, 9. Mai


Während Gudrun und ich heute mal einen entspannten Tag hatten, ist der Rest der Gruppe mit Brigitte und Alieu auf die Cashewfarm nach Arrangeleen gefahren. Hier wie dort hatten alle einen schönen Tag. Hermann konnte dort zwei kleinere Buschkliniken mit den medizinischen Instrumenten versorgen (im Batabut Kantora Village), und auch mit etlichen Paketen der Einmalhandschuhe.
Natürlich wurde die Cashewplantage von Alieu Badjie besucht. Dort wurde fleißig geholfen, die wertvollen Früchte einzusammeln.
Unser Taxifahrer Abou hat uns am Abend mit Essen versorgt, das seine Frau zubereitet hat, trotz Ramadan.








Freitag, 10. Mai


Lamin Dibba kam heute morgen ins Hotel, trotz seiner anstehenden Dialyse möchte er nach Kanada zurück, und sein Studium weitermachen. Wir haben nochmals seine Papiere dafür überarbeitet, und hoffen, dass alles gut geht. Die grünen Karteikarten sind eine wichtige Basis für die Arbeit von Dr. Gaye, Isatou Jallow und Lamin, weil sie alle Daten beinhalten, die wir haben. Also nochmals drüber schauen.
Am Nachmittag kam Abdoulie vom Tallinding Hospital, um die medizinischen Geräte und die Einmalhandschuhe abzuholen......
Zwei Nähmaschinen und ein paar Stühle haben wir zu Fatou Janha gebracht. Wir haben ihren Vater kennengelernt, er saß unter dem Altpräsident 9 Jahre, 9 Monate und 9 Tage im Gefängnis. Nun ist er wieder zurück und arbeitet wieder als Sergeant Officer beim Militär.





Samstag, 11. Mai


Heute morgen nach dem Frühstück sind wir nochmals ans Lager, um die Sachen für die Jallows in Labakoreh zu holen.
Momodou, der Bruder von Sirra und Ramatoulie, hat seit 2 Monaten Typ1-Diabetes. Das war für uns doch sehr überraschend, haben doch seine beiden Schwestern ebenfalls Typ 1. Sein Hba1c ist nach der Honeymoonphase auch schon über 8%. 12 Tage hat es gebraucht, bis die Familie das realisiert hat, dass er Typ 1 hat. In dieser Zeit waren sie in drei Kliniken, auch die waren nicht in der Lage, Diabetes zu diagnostizieren. Bis dann Sirra uns geschrieben hat...
Am Abend waren wir bei Brigitte und Alieu in Yuna eingeladen.
Lamin Dibba hat uns noch spät am Abend im Kololi besucht, Roland musste noch drei Formulare unterschreiben, morgen fährt er nach Dakar, um den elektronischen Fingerabdruck zu machen. Dann dürfte seinem Studium in Halifax nichts mehr im Wege stehen.





Sonntag, 12. Mai


Heute morgen sind wir nach dem Frühstück nach Gunjur und Berending aufgebrochen. In Gunjur haben wir Musa Sanneh besucht. Er ist die Woche über in Serrekunda und besucht dort einen Kurs für Elektroinstallation, zwei Jahre. Unser Projekt übernimmt die Kosten.
Die Schneiderei von Abdulrahman läuft einigermaßen, er wartet aktuell auf Aufträge von Damen, und das Ende des Ramadans. Beide Familien haben wir mit 50kg Reis und 10kg Zucker versorgt. Zucker wird im Ramadan in der Nachbarschaft verteilt.
Beide haben noch nicht ganz akzeptable Werte, das bestätigt der Blick in ihre Messgeräte. Ihren Insulinvorrat hatten sie ja bei den Messtagen in der Pakalaklinik mitgenommen.
Etliches Material aus dem Container hatten wir natürlich auch dabei.
Arafang's Farm läuft wieder besser, der Brunnen bzw. das fertiggestellte Bohrloch wurde repariert. Dort war nicht ein abgebrochener Bohrer zu finden, sondern ein paar lange Stängel. Alieu Badjie, der Mann von Brigitte, hatte sich darum gekümmert. Ein paar Legehühner laufen herum, von denen hat er 13 Eier, Stückpreis 5 Dalasi, das sind 9 €Cent. Der Gartenschauzaun steht jetzt mit Eisenstangen, die Holzpfähle haben die Termiten entsorgt.
Zum Lunch waren wir bei der Ersatzmutter von Musa, Halimatou, eingeladen. Eine nette Familie.





Montag, 13. Mai


Am Nachmittag sind wir zunächst bei Kebba in Busumbala vorbei, um ihm Teststreifen zu bringen. Seine Prothese ist in Ordnung. Weiter ging es nach Brikama, um die Familie Jallow zu besuchen. Suwadou hat Typ1-Diabetes, wir haben sie mit Insulinvorrat versorgt. Das Langzeitinsulin reicht nicht aus, die Dosis musste angepasst werden. Mama Ousainatou hat sich mit dem Lunch ins Zeug gelegt. Es gab Latthiri, das ist über Dampf gegartes Maismehl, das dann mit viel Kossan, Joghurtmilch mit Zucker, gegessen wird. Wer dies nicht wollte, konnte sich über ein traditionelles Chicken Yassa freuen.
Der Einladung von Familie Sanneh zum Besuch mit Dinner sind wir gerne gefolgt. Sie wohnen nun im renovierten Haus von Bakarys Vater. Bakary ist der Ehemann von Christa, sie wohnen in Scheer bei Sigmaringen.





Dienstag, 14. Mai


Heute Morgen für Roland viel "Büroarbeit", Lamin ist immer noch in Dakar, und wir mussten nochmals alle Formulare überarbeiten, weil er nun eine Zulassung für eine andere Universität hat, ab dem 4. September.
Dann zum Lager, dort hatten wir noch ein paar wenige Sachen zum Verteilen.
Roland musste zum Zahnarzt, in die Afrimedklinik am Turntable, eine Brücke war gebrochen. Alles gut gelaufen.
Klar doch, zwischendurch gab es immer wieder mal etwas Freizeit, z.B. heute. Ein paar Besucher kamen, ein paar Telefonate. Ansonsten am Strand, am Pool, und entspannen im Hotel.
Als eine Glühbirne draußen auf der Terrasse kaputt ging, haben wir an der Rezeption Bescheid gegeben. Der Techniker kam. So etwas haben wir noch nicht gesehen: mit so einem Daumen läuft er seit 4 Monaten rum. Nicole ist ja gelernte Krankenschwester und hat den Daumen versorgt, entzündete Haut abgeschnitten, gesäubert - und mit einem Antibiotikum war schon nach 3 Tagen der Fortschritt zu sehen - und für Karamba zu spüren.
Gerhard ist heute Abend heimgeflogen, Danke für alles!





Mittwoch, 15. Mai


Heute Morgen ist Vali, Hermann und Roland nochmals ins Lager, um Waltrauf Haid die letzten Sachen ins Skillcenter (Socialis for Gambia) in Brufut zu bringen. Zwei Nähmaschinen, ein Regal, Stühle und einiges an Nähgarn. Weiter ging es dort zu Sheriff Sanyang, mit dem fast schon obligatorischen Sack Reis. Er arbeitet in einem Shop, da gibt es allerhand Elektromaterial zu kaufen.
Er hat Elektroinstallation gelernt, und hat so sein Auskommen.



Schon am Morgen sind Gudrun, Nicole und Iris nach Yundum gefahren. Binta und Fatou sind Schwestern von Lamin Dibba, sie haben einen Beautyshop eröffnet. Fatou musste heute eine Prüfung ablegen, und sollte eine Dame mit weißer Haut zukleistern....siehe Bild.



Roland hat sich am Nachmittag nach Tallinding aufgemacht. Wir hatten für das Tallinding Children Hospital einiges an medizinischem Material dorthin bringen lassen (Instrumente von Hermann, Einmalhandschuhe, usw.). Das kleine Hospital finanziert sich allein aus den geringen Sprechstundeneinnahmen, und wird von einem kleinen, aber feinen Team geleitet. Die haben sich über die Lieferung richtig gefreut. Habe ihnen zwei Messgeräte Accu-chek active und 100 Teststreifen dazu versprochen.





Donnerstag, 16. Mai


Heute morgen kam Kwamla zur Schlüsselübergabe des (nun vollständig geleerten) Containerlagers. Eliman Jobe hat uns besucht, er hatte sich um Dembo im Edward Francis Small Hospital gekümmert (siehe Mittwoch, 8. Mai).
Danach kam Adama Lowe, sie benötigt eine Brille. Wir hatten in der Zeit davor die Möglichkeit, 20 Typ1er in die Augenklinik des Serrekundahospitals zu schicken. Alle Ergebnisse liegen nun vor.
Lamin Dibba kam dazu, er ist zurück von Dakar und hat nun seine Zulassung für eine Universität in Kanada. Er startet dort am 4. September.
Lamin Badjie besuchte uns wegen seiner Hornhaut an seinen Füßen. Haben ihm für die Behandlung einen Bimsstein, Harnstoffsalbe und Pilzsalbe (für die Zwischenräume an den Zehen) mitgegeben, plus meine Sandalen.
Dann tauchte noch Amie Colley auf, nett, mit ein paar Gschenkle.
Bakary hat noch einen Patienten gebracht, mit einer infizierten Wunde am Schienbein. Nicole konnte ihn verarzten.
Und am Abend gings zum Abschlussessen ins Musa's Bendula, gleich oberhalb vom Kololi Beach Resort. Abley, rechts im Bild auf dem Gruppenfoto, hat uns dort bedient. Auch bei 10 Leuten am Tisch nimmt er alle Bestellungen auf, ohne was aufzuschreiben - einfach toll.





Freitag/Samstag, 17. und 18. Mai


Heute morgen ging es flott zum Kofferpacken. Einige Koffer in die Koffer, natürlich haben wir beim Rückflug nicht mehr so viel Gepäck.

Und dann hieß es warten: auf TV Sonnenklar. Es war mit uns ein Interview versprochen - und das sollte sogar auf Sendung gehen in Deutschland. Um 12.30 Uhr war es soweit. Harry Wijnvoord mit seiner Iris, Jöran Steinsiek und der Honorarkonsul Dr. Georg Bouche´(Stuttgart). Wir hoffen natürlich, dass wir dadurch ein wenig Zuspruch bekommen.






Um 18 Uhr hat uns Abou und ein weiteres Taxi am Kololi Beach abgeholt. Der Verkehr hielt sich in Grenzen. Viele Gambier sind schon daheim, und es wird das Abendessen vorbereitet - nach einem weiteren Fastentag.
Die Maschine der Turkish Airlines kam verspätet an. Um Mitternacht sind wir gestartet, mit Zwischenaufenthalt in Istanbul. Pünktlich um 14 Uhr die Landung in Stuttgart - und dann ab nach Hause!



Ja, ich weiß: Reisebericht ist wie immer viel zu lang. Trotzdem hoffe ich, Roland, dass irgendwer restlos alles bis hierher gelesen hat - und mal mit uns nach The Gambia reist. Der nächste Termin steht schon fest: vom 8. bis zum 18. November werden wir wieder vor Ort sein.

Euer Roland


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