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Reisebericht 11. bis 22. November


Anreisetag, 11. November


Wie immer an so einem Tag hieß es früh aufstehen. Christa hat bei uns übernachtet. Wegen des vielen Gepäcks hatten wir uns ein Taxi bestellt. Es kam pünktlich um 3.45h. Die 6 großen Koffer (der größte Koffer war randvoll mit Insulin) wurden verstaut, neben dem zusätzlichen Handgepäck. Auf der Anfahrt zum Flughafen Stuttgart über die Alb fing es an zu schneien. Nix wie weg...
Alle Flüge waren pünktlich und ohne Probleme. Von Stuttgart über Brüssel, dort ging es um 11.20 weiter über Dakar nach Banjul.
Dr. Gaye hatte uns vom Flughafen abgeholt, und im Bakotu abgeliefert. Christa ist in ihre Ferienwohnung nach Brusubi gefahren.



Samstag, 12. November


Ein Anreisetag ist anstrengend, deshalb haben wir erst mal ausgeschlafen. Den Vormittag haben wir mit Gepäck auspacken und sortieren verbracht. Was uns entgegen kam: heute ist Setsetal-Tag, da fahren bis 13 Uhr keine Autos, weil jede und jeder den Müll wegräumen soll.
Am Nachmittag hatten wir Lamin Dibba eingeladen. Er ist einer von den Diabetikern, den wir am längsten kennen. Nach seinem Studium an der Universität in Gambia bekam er eine Stelle als Lehrer im Norden von The Gambia, die er Ende November beenden wird. Wir haben mit ihm über seine Zukunft gesprochen, und möchten gerne, dass er als Diabetesberater zusammen mit Dr. Gaye arbeitet. Das möchte er auch! Die Finanzierung dieses Jobs könnte unser Verein übernehmen, zunächst für 1 Jahr. Das werden wir mit Dr. Gaye diskutieren.
Lamin Dibba hatte ja einen Workshop geplant, in den wir eingebunden sind. Dieser sollte stattfinden vom 18. bis 20.11. hier im Bakotu. Abgesagt hatte er ihn schon per iMessage am 10.11., da hatten wir unsere Koffer mit dem Material schon gepackt. Wegen den Wahlen hier in Gambia am 1. Dezember meinte Dr. Gaye, den Workshop lieber auf April 2017 verschieben zu wollen. Konnten wir verstehen.
Später kam Kwamla Elliott, er bekam von uns die Schulgelder und sonstigen Auszahlungen zurück, die er seit Mai für uns getätigt hat.
Als letzter Besucher kam Salieu John, der Organisator des Weltdiabetestages. Dieser Tag wird seit dem Start vor 7 Jahren von unserem Verein mitfinanziert. Vor einigen Wochen hatte uns Dr. Gaye angeschrieben, ob es in Ordnung wäre, diesen vom 14.11. auf den 13.11., den Sonntag, zu legen. Das fanden wir gut, da haben die Leute mehr Zeit!?

Damit ihr mal schauen könnt, wie schön es hier ist:



Sonntag, 13. November


Um 9 Uhr hatte uns Dr. Gaye am Hotel abgeholt, und wir sind nach Brikama gefahren. Stattfinden sollte alles am gleichen Platz wie im letzten Jahr.
Doch nichts war so, wie es die letzten Jahre war. Kaum Besucher, kein Marsch durch die Stadt Brikama, keine Tshirts, keine Musikkapelle, keine Redner (naja, Spontanredner waren Dr. Gaye, Lamin Dibba und Roland) , keine Pflegekräfte und Ärzte, keine Schulklasse, keine Radrennfahrer, keine Theatergruppe, keine Getränke, kein Imbiss, restlos nichts war organisiert! Getränke mussten im Shop gegenüber gekauft
Das einzige, was funktioniert hatte, war der Messstand, und das hatte Sukai und Jim aus der Pakala-Klinik vorbereitet. An die 400 Blutzuckermessungen hatten sie am Straßenrand durchgeführt. Möglicherweise waren ja die anstehenden Präsidentschaftswahlen verantwortlich, dass nichts organisert worden ist, aber das hätte uns mitgeteilt werden können.
Wir haben beschlossen, dass es im nächsten Jahr von jemand Anderem organisiert werden muss.
Hungrig haben wir gegen 14 Uhr das Event verlassen.



Montag, 14. November


Gudrun und ich sind heute nach Brikama, und haben die Familien von Christa (Sanneh) und Susanne (Manneh) besucht.


Dienstag, 15. November


Heute haben wir beschlossen, Abdulrahman zu besuchen. Wir haben unseren Stammfahrer Abou organisiert, und sind gegen 9 Uhr losgefahren.
Auf der Küstenstraße ging es nach Gunjur, ganz in den Süden von Gambia. Abdulrahman hatten wir seine an den Familiencompound angegliederte Nähstube finanziert. Er hat sie fertiggestellt und seine Maschinen stehen alle. Nach viel Arbeit sah es dort nicht aus.
Gudrun hat 10 Taschen in Auftrag gegeben, die müssen im April dann abholbereit sein. Abdulrahman hat Maß genommen...


Arafang, Berending


Weiter ging es zu Arafang nach Berending. Er hatte vor 2 Wochen einen Unfall, ein Motorrad hatte ihn von seinem Fahrrad geholt. Das Laufen ist noch mühsam für ihn, seine Frau mit den 4 Kindern ist derzeit in Brikama bei ihrer Familie. Die Farm ist wieder in Schuss, die "Millionen" von irgendwelchen Insekten, die ihn im Juli überfallen hatten, sind verschwunden. Allerdings hatten diese alle seine Hühnerzucht erledigt, und sie sind als Blutsauger auch an die Menschen gegangen.
Die Orangenbäume tragen fast alle Früchte, sein Kassava ist gewachsen, und die Erdnüsse warten auf die Ernte. Der Gartenzaun steht noch, etliche Zaunpfähle sind von den Termiten zerfressen.
Das Wasser im Brunnen ist verschmutzt und nicht mehr trinkbar, die Regenzeit in diesem Jahr ließ zu wünschen übrig.
Sein Wunsch war schon im April ein neues Bohrloch, das haben wir nun gleich alles organisiert. Es soll morgen schon in Angriff genommen werden.


Muhammed Willan


Auf dem Heimweg haben wir Muhammed Willan besucht. Er wohnt bei seinen Stiefeltern in Lamin. Immerhin geht er wieder zur Schule, und wiederholt die Grate 10-Klasse. Seine Zeugnisse aus dem vergangenen Schuljahr haben wir gesehen…Für das Frühstück in der Schule und den Bus dorthin will die Familie finanziert haben – mit 17000 Dalasi (350€!) fürs ganze Jahr – das machen wir nicht!
Deshalb haben wir sein Fahrrad aus dem April-Container in der Werkstätte um die Ecke reparieren lassen. Neue Bereifung mit Schläuchen vorne und hinten und ein Schloss, zusammen 800 Dalasi, das ist ok. Die 4 Kilometer nach Lamin Daranka in die John Pickering Schule kann er mit dem Rad zurücklegen...


In Kololi haben wir ein tolles afrikanisches Restaurant gefunden. Das Essen dort, ein Chicken Domoda plus ein Getränk für 50 Dalasi (ca. 1 Euro) – unschlagbar!!!! Hier ums Hotel kostet das 400!!
Nach ein paar Bier waren wir dann fertig für heute.

Mittwoch, 16. November


Anja, sie arbeitet in der Afrimed-Klinik in Brusubi, hatte sich heute einen freien Tag genommen, den sie mit uns verbracht hat. Seit nun über 6 Jahren ist sie in Gambia und mit Wundpflege beschäftigt.
Wir sind am Strand entlang gelaufen, und haben uns einen ruhigen Platz im Schatten eines kleinen Restaurants "Kotu Corner" gesucht. Der Atlantik lädt zum Schwimmen ein, ohne große Brandung und 26 Grad warm, toll!!
Eliman kam am späteren Nachmittag, und hat mir die Neuigkeiten aus seiner Familie erzählt. Sein Autokauf in Holland ist eine Kette unglücklicher Umstände. Dafür läuft sein Gudrun Medical Lab gut, und am Samstag sind wir eingeladen bei ihm.
Salieu John, der Organisator des Weltdiabetestag kam danach, und er musste uns einen nicht zu kleinen Teil der Unterstützung zurückzahlen.


Donnerstag, 17. November


Heute kam Christa zu Besuch. Gudrun und Christa sind zum Leybato am Strand entlang, und ich wollte zur Schule von Muhammed Willan und später zu Amie Colley.
Für Muhammed war es eine Überwindung, wieder in diese Schule zu gehen, denn im letzten Schuljahr 2015/2016 hatte keine guten Leistungen abgelegt...meistens failed... Fürs Frühstück in der Schule haben wir zunächst das 1. Term bezahlt, sowie die Ausgaben für Bücher, Uniform, Schuhe usw.

Weiter ging es zu Amie Colley. Ihr erinnert euch? Typ1 seit November 2004, und für sie hatten wir 2009 die Nähmaschinenaktion gestartet. Ihren im April bezogenen Nähshop musste sie verlassen, ihr wurde gekündigt, aus unbekannten Gründen. Ihre Nähmaschinen hat sie in ihrem Elternhaus deponiert. Sie ist im 7. Monat schwanger, wir hoffen, es geht alles gut!


Freitag, 18. November


Heute Morgen sind wir nach Labakoreh gestartet, um die Jallow’s zu besuchen. Der Compound steht, der Brunnen funktioniert, und dahinter haben sie im kleinen Garten Cassava, Mais, Erdnüssen und Salat angebaut.
Dieses Mal haben wir uns entschieden, 2 Sack Reis und 10 Liter Öl mitzubringen, statt Geld. Sie haben sich sehr gefreut, und zum Lunch waren wir eingeladen.
Die beiden Brüder haben uns zur Seite genommen und mit uns reden, denn sie haben nur zeitweise wenig Arbeit. Das wird sicher schwierig.
Das Sofa von GF aus Stetten steht noch, siehe Bild...


Danach haben wir Alieu Badjie einen Besuch abgestattet. Tolles Haus, das er da in den letzten 15 Jahren aufgebaut hat.

Weiter ging es zu Adama. Sie hat mit ihrer Schwester Awa einen Beautysalon eröffnet. Mit Unterstützung unseres Projekts. Das Haus muss vorne noch gestrichen werden, und es fehlt noch ein Schild. Das können wir managen, der nächste Container kommt bestimmt!


Samstag, 19. November


Heute standen (endlich) die HbA1c-Messungen an. Dr. Gaye hat und um 9.30 Uhr am Hotel abgeholt. Ein Kurzbesuch bei Alieu Gaye’s Mutter, dann haben wir uns in die Arbeit gestürzt. 30 Diabetiker kamen, Langzeitzuckermessung, Körpergewicht, Größe, Zuckermessen, Dokumentation der Ergebnisse, Schulung, so gut es eben geht…Hier die Bilder.


Eliman hatte uns in sein neues Haus in Old Yundum zum Dinner eingeladen. Ein Kurzbesuch am Gudrun Medical Lab, es läuft! Malariatest, Harntest, Hämoglobin und Zuckermessen, das sind die hauptsächlichen Tätigkeiten. Blutzuckerteststreifen werden dort immer häufiger gekauft, das ist ja super.


Sonntag, 20. November


Heute ging es nochmals nach Brikama, in die Familie von Samba Sowe, Holzschnitzer auf dem Markt gegenüber von unserem Hotel. Zwei seiner Kinder bezahlen wir seit einigen Jahren die Schule. Seine Frau hat sich vor zwei Monaten nicht verabschiedet und ist über den Senegal anscheinend nach Italien geflüchtet. Ihr 9 Monate altes Kind hat sie mitgenommen. Er hat keinen Kontakt mehr zu ihr.
Er möchte weg aus diesem Compound, denn dort muss er über 30 Personen versorgen...
Zurück im Hotel haben wir schon mal die Rechnung bezahlt, war günstiger als im April.
Am Abend waren wir eingeladen in der Familie unseres Taxifahrers Abou, das wollte sie schon seit Jahren...


Montag, 21. November und Abreisetag


Heute heißst es Abschied nehmen. Koffer packen, es kamen etliche unserer Bekannten und Freunde. Abschied von den angenehmen Temperaturen, von den Entertainern am Strand, vom Jul Brew, vom Strand überhaupt...


Wie Roland das immer wieder schafft, dass wir in Frankfurt landen und anschließend mit dem ICE nach Stuttgart fahren müssen, das fragen sie ihn bitte selbst. Er weiß es nämlich nicht...


Sollten sie bis hierher tatsächlich gelesen und nicht nur runtergeskrollt haben, dann haben sie wirklich Interesse an unserem Projekt.

Auch wenn sie vielleicht denken, das ist ja alles super dort, es ist nicht so.

Und wir freuen uns über jegliche Unterstützung, Zuschriften und Meinungen!!!

schindler@diabetes-projekt-gambia.de

Euer Roland

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