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Reisebericht 8. bis 11. November


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Freitag, 8. November

Ganz früh morgens aufstehen, um 3 Uhr, Frühstück mit Gudrun, den letzten Koffer ins Auto geschleppt, und ab nach München. Den Parkplatz hab ich elektronisch reserviert, Einfahrt ins Parkhaus mit der Kreditkarte, am Check-In für den dritten Koffer 150€ bezahlt, das war halt so… 2 Koffer mit Insulin, anders geht es nicht!
Die Flüge waren bis Dakar superpünktlich. Eine Dame war dort zu viel ausgestiegen, und es dauerte, bis sie wieder an Bord war. Der Flieger rollte auf das Rollfeld, dort standen wir 30 Minuten, und der Pilot informierte uns, dass der Flughafen in Banjul geschlossen ist. Statt um 18.00 Uhr Ortszeit ging es dann um 20 Uhr weiter. Ich hatte Dr. Gaye angerufen, und er hat mir erzählt, dass der Präsident von Nigeria in Gambia angekommen war, deshalb war der Flughafen Yundum gesperrt! Gegen 21.30 Uhr war ich im Bakotu-Hotel.
Für den Samstag musste ich noch alles vorbereiten, also alles ausgepackt und für den nächsten Tag vorbereitet. Langer Tag der Tag, von 3 Uhr am Morgen bis 23 Uhr…


Samstag, 9. November


Das Frühstück im Bakotu-Hotel ist endlich einigermaßen so, wie manche sich das vorstellen, mit Auswahl, und nicht nur Luftbrötchen, Käse und Kaffee.
Dr. Gaye und sein Fahrer hatten mich um 9.30 abgeholt, zunächst sind wir zum Africellbüro (einer der Mobilfunkanbieter in The Gambia) gefahren, um meine bisherige Nummer freischalten zu lassen, die viele unserer Schützlinge kennen. Das hat doch tatsächlich geklappt!!!!! Habe sie wieder, die 7059989!!!
Dr. Gaye und ich hatten als erstes das Insulin in den Kühlschrank in der alten Pakala-Klinik eingeräumt. Haben Mama Gaye besucht, leider musste ihr der linke Unterfuß vor 3 Monaten amputiert werden. Er ist gut zugeheilt.
Sie freut sich immer, wenn ich (oder andere Gäste) sie besuchen!


Im Laufschritt ging es in die neue Klinik, und (nicht nur) heute gab es einen längeren Stromausfall. Der Generator der Klinik war kaputt. Dr. Gaye wartete händeringend auf die Ersatzteile. 16 Diabetikerpatienten saßen im Dunkeln und haben schon gewartet. Wir haben alle und alles zusammengepackt und sind rüber in die alte Klinik, ist ja gleich ums Eck. Dort konnten wir, nachdem wir Petroleum für den Generator gekauft haben, dann mit dem Programm starten.
Mit Unterstützung von Eliman und Jim haben wir mit den Messungen des Langzeitzuckers, Gewicht, und der Zuckermessung begonnen. Aminata Jammeh hat die Messgeräte ausgelesen, macht mit ihrem Laptop (den sie von uns im März bekommen hatte) und der smart pix-Software einen super Job. Mussten die Software von ihrem Laptop runtermachen, weil ihrer ein Virenproblem hatte, und meinen mitgebrachten Laptop nutzen.
Toll ist, dass einige nun doch bessere Langzeitzuckerwerte haben!!! Aminata hatte Gudrun versprochen, von ihren 10,5 runter zu kommen. Super, 8,8%!
Gegen 16 Uhr waren wir fertig. Ich hab mich entschlossen, nachdem die Fähre gestern nur eine Probefahrt über den Gambia-River erfolgreich bestanden hatte (alle drei lagen etliche Zeit kaputt im Hafen), doch nicht überzusetzen, um Sait Dem (Nema Kunku, North Bank) und Tida Fofana (Darsilami im Norden) zu besuchen. Dr. Gaye meinte, das Risiko sei zu hoch. Den Besuch bei den beiden hab ich auf April 2014 März verschoben.


Sonntag, 10. November


Heute stand der Besuch bei Adama Lowe, Amie Colley und Muhammed Willan an. Abou, "mein" Taxifahrer, hat mich zuverlässig in diese Ecken gebracht. Adama Lowe, sie hat ihren Compound in Ibu Town (Stadtteil von Serrekunda), hat sich über das Geschenk von Angela sehr gefreut. Haben wiederum über ihr schlechtes HbA1c- Ergebnis gesprochen.
Amie Colley’s Abdulrahman ist nun 2 Jahre alt, und auch nicht mehr so schüchtern mit mir. Sie wartet auf das Vereinsgeld für eine elektrische Nähmaschine. Sie wollte sich schlau machen, was so eine hier kostet. Zwei Tage später kam der Anruf: entweder 9000 oder 15000 Dalasi. Hab ihr die teurere Maschine versprochen (die wir halt aus unserem Budget bezahlen werden, von Susanne G. kommt ein Zuschuss, danke!).
Weiterfahrt zu Muhammed. Muhammed Willan’s Mutter ist am Dienstag gestorben, einfach so, wie sein Vater es geschildert hat. Einfach nur traurig.
Hab ihm 500 Teststreifen gebracht, den Allerletzten (!!) hatte er am Morgen aufgebraucht. Sein Fahrrad vom November letzten Jahres ist gut in Schuss, an seinem HbA1c muss er weiter arbeiten, ist unverändert bei 12%.
Gegen 18 Uhr kam Salieu John wegen dem Weltdiabetestag vorbei. Salieu hat 800 Euro erhalten, und das Programm plus Budget für den Weltdiabetestag vorgelegt.



Montag, 11. November


Mein frisches Tshirt von heute Morgen war am Abend nur noch ein stinkender Lappen. Nach dem Frühstück hab ich mich aufgemacht, um zu den Jallows nach Labakoreh zu fahren. Mit dem Holpertaxi von Karmara ging es dorthin, und gegen 11 Uhr war ich vor Ort.
Vom "neuen" Haus stehen jetzt wirklich nur noch die Außenwände. Die Innenmauern aus Lehmblocks haben die Regenzeit nicht überstanden. Nachdem mir Papa Jallow erzählt hat, dass die 10köpfige Familie für den gemieteten Compound jeden Monat 500 Dalasi löhnen muss, und der Sack Reis (50kg) nicht mehr 850, sondern 1150 Dalasi kostet (da grüß ich doch ganz herzlich die deutschen Autofahrer, die E10 tanken, und 6 Cent pro Liter "sparen"), hab ich mich entschlossen, der Familie fürs Leben was da zu lassen. Eine Zusage hab ich gemacht fürs Haus, damit mal wenigstens ein Dach auf die Hütte kommt.
Das Mahlzeiteninsulin von Sira und Ramatoulie war am Morgen komplett aufgebraucht (???), die Werte von beiden 23 und 24 mmol. Eine Softclix-Stechhilfe war kaputt, da blieb mir nichts anderes übrig, als mit Papa Jallow und Ramatoulie in die Pakala-Klinik zu fahren. Auf dem Rückweg hab ich Medina Jarjue in Nema Kunku (hinter Serekunda) besucht.
Mein Taxifahrer hat die beiden Jallows nach Labakoreh zurück gebracht, mich bei Medina abgeholt, nicht ohne Kühlwasser aufzufüllen. Es war immerhin schon 19 Uhr, und das ohne Essen den ganzen Tag (Leute, ich warne euch, mich zu begleiten, oder ihr müsst das aushalten…). Also, ab ins Paradise Restaurant, Chicken Domoda, mein Zimmernachbar aus UK hat mich eingeladen, dann kam noch Eliman (er verkauft mittlerweile viele Teststreifen an Kliniken und Ärzte), anschließend Alaghe (der hat unseren Container im April aus dem Hafen befreit), und gegen 22.30 Uhr ist dann nicht nur die Sonne unter gegangen.


Dienstag, 12. November


Heute Morgen hab ich mich auf den Weg nach Berending zu Arafang und seiner Familie gemacht. In Tanji Bernd Ax besucht, der mit seiner Frau "Mama Afrika" ein homöopathisches Health Center aufbaut. Nette Leute, netter Platz – viel Erfolg euch!
Auf Arafangs Farm steht nun der zweite Hühnerstall, bezugsfertig, die Honigproduktion läuft noch eher schleppend, die Honigbeuten werden ständig ein Opfer der termiten!! Etliche Orangenbäume tragen (jetzt noch) unreife Früchte. Alles blüht im November. Der Naturzaun ist eingefallen, da wird der Gartenschauzaun aus Sigmaringen gerade recht kommen.
Um Viertel nach Zwei kamen Maimuna und Edrissa von der Schule, und Ramatoulie, seine Frau, hat uns ein tolles Reis-Domoda-Bongafischball-Lunch gekocht. Schaut euch einfach die Bilder an…


Er ist nicht mehr allein auf seiner Farm, vor 3 Monaten ist ihm noch ein zusätzlicher Sohn, Edrissa, "geliefert" worden, 3 Jahre alt, von dem er "eigentlich" (??) nichts wusste. Gutmütig wie er halt ist, hat er ihn aufgenommen. War er im November 2012 noch allein, so muss er nun eine 5köpfige Familie versorgen!



Gegen 16 Uhr ging es zurück, um 18 Uhr musste ich mit Dr. Gaye und Salieu John auf das West Coast Radio. Waren 1 Stunde dabei, Anrufern Fragen zu beantworten. Salieu John ging mit ins Hotel, hab ihn zum Dinner eingeladen. "Kwamla" Elliott brachte später alle Quittungen unsere Schulpatenschaften, und hat die Geschichten dazu erzählt. Zuhören, und weiter dazu lernen (ganz früher hat mir meine Mutter oder mein Vater immer Märchen vorgelesen, so war das an diesem Abend auch etwas, ehrlich). Wenn wir ihn nicht hätten, der dies alles kontrolliert und oft vor Ort in der Schule bezahlt, ich glaub, einige Schulpatenschaften wären keine!
"Gambia, no problem (?)"


Mittwoch, 13. November


Fahrt nach Banjul, ins ehemalige Royal Victoria Teaching Hospital, das jetzt Edward Francis Small Hospital heißt. Small meint in diesem Fall nicht klein, das ist der Nachname von Edward. Habe dort Ousman Jammeh, den Chefstationsleiter getroffen. Prof. Ousman Nyan ist nicht mehr der Chef, der kommt jetzt aus Syrien und lässt die Stationen mit Blutzuckerstreifen aus China versorgen. Naja.


Anschließend hab ich die Familie von Ngoneh besucht. Aus Telefonaten mit ihnen wussten wir, dass sie in einer Klinik in Dakar ist, wegen Nierenproblemen. Also, sie muss jetzt an die Dialyse, das hat mir Dr. Gaye bestätigt. Wieder eine traurige Entwicklung in einer Familie. Papa Kutai wird übernächste Woche sein zweites Auge operieren lassen, das hatten Gudrun und ich im April bezahlt. Amie Jobe möchte gerne ihre Mutter besuchen, und ich hab ihr die Reise gesponsert, es ist nicht so viel, wie ihr meint.


Mit Dr. Gaye hatten wir vor 1 Jahr besprochen, das Aminata Jammeh auf ICT soll. Ihr HbA1c ist seit April um 2,0% besser geworden (das hatte sie ja Gudrun zugesagt) als noch im April, ist jetzt auf 8,8%. Dass sie alles dazu versteht, hat sie heute Nachmittag bewiesen. Es wird spannend bis April 2014, was sie erreichen wird. Zwei Stunden Schulung, und das Statement von ihr bezieht sich auf die Young Gambian Diabetes Association, die mittlerweile ja auch Familientraining macht. Ich warte allerdings immer noch auf den Bericht von Amadou Barry vom 26. August, als die Gruppe eine Schulungsnachmittag organisiert hatte.


Statement von Aminata zur YGDA



Hier können sie nachlesen, welche Struktur die Young Gambian Diabetes Association hat, und einige Bilder aus dem Familientraining vom 26. August ansehen.

Young Gambian Diabetes Association

Die "Young Gambian Diabetic Association" Die Gruppe hat sich im Jahr 2009 gegründet, und besteht derzeit aus diesen Personen: Lamin Dibba, Amadou Barry, Amie Colley, Aminata Jammeh, Ida Cham und Yasirra Njie.

Donnerstag, Weltdiabetestag, 14. November


Treffpunkt war in diesem Jahr das Gamcell-Center in der Kairaba Avenue/Serrekunda. Es waren nicht so viele da, wie sonst, auch ein wenig unorganisierter als sonst? Glaub, niemand hatte die Typ1er informiert, außer denen, die am letzten Samstag da waren. Mit der Musikkapelle voraus ging es etwa 2 km zum YMCA, dort war alles für die Reden vorbereitet. Salieu John, Sekretär der Gambian Diabetes Association, übernahm die Leitung. Dort kamen noch einige Leute dazu. Eigentlich wollte ich keine Rede halten, aber Alieu hat mich irgendwann aufgefordert. Mein Inhalt war, wie so oft, Empowerment und Selbstkontrolle.
Als Vertreter des Gesundheitsministeriums war Momodou Njie (Director of Health education and promotion unit) anwesend.


Die Sukuta-Selbsthilfegruppe war ebenfalls hier, und nach den Reden sind wir nach Sukuta gefahren. Mitten im Markt haben sie mir ihren Raum vorgestellt, in dem sie Blutdruck und Blutzucker messen, und wenn Menschen kommen, die Probleme haben, werden sie in eine Klinik geschickt. Habe weitere Unterstützung zugesagt.
Einen Typ1er, Dembo Bojang, haben sie mir vorgestellt, er hatte weder Messgerät noch sonst was, kann auch nicht in die Schule gehen, wegen Geldmangel. Hab der Mutter das gleich gegeben, und Morgen kommt er zu den Messungen in die Klinik.


Vor dem Hotel hab ich Auah und Ebrima getroffen, in ihren Rollstühlen, und die Quittungen für die Patenschaften erhalten.


Freitag, 15. November


Heute ging es nochmals in die Pakala-Klinik. Insgesamt waren 22 Leutchen da, die üblichen Messungen. Mit den Insulindosen der einzelnen Typ1er auf CT war einiges zu erklären. Hab mal die Durchschnittswerte des HbA1c der ICT’ler und der CT’ler gerechnet: ICT-Gruppe: 10,0%, CT-Gruppe: 12,5%.
Um 18 Uhr waren wir fertig, und Dembo aus Sukuta, der "Neue" von gestern, kam auch. Seine Mutter ist am Vormittag gleich in die Schule und hat das Schulgeld bezahlt (Quittung hat sie mir gleich gegeben). Hilde und Sepp, unsere bayrischen Mitstreiter, hatten den Buben im Januar in die Pakala Clinic gebracht. Von Eliman wurde Dembo mit einem Messgerät versorgt, das später von Aminata eingearbeitet wurde.


Und das war dann mein letztes Chicken Yassa im Ninki Nanka, ist um die Ecke vom Bakotu. Hab mal 2 Rechnungen mit dabei zum Anschauen, wegen der sich veränderten Preise! Seit 2004 hat sich der Preis für ein Chicken Yassa um das 2,5 fache erhöht.


Samstag, 16. November


Koffer packen nach dem Frühstück, und ein wenig auf dem Markt vor dem Hotel mit Samba und einigen anderen Holzschnitzern schwätzen. Kwamla Elliott kommt noch zum Verabschieden.


Dr. Gaye holt mich ab, um mich zum Aerobic-Event zu bringen, Start 16 Uhr. Vom Warten bis 17 Uhr hab ich 1 Foto, die anderen sind von Aminata, die dort geblieben ist. Es ist 17 Uhr, wir müssen zurück zum Hotel, die Koffer holen!


Um 20.40 Uhr rollen wir auf die Startbahn, und mussten am Startpunkt 15 Minuten warten. Der Pilot hatte eine Schlange auf der Startbahn entdeckt. Um 21.00 hebt der Flieger ab, Zwischenstopp in Dakar, dann nach Brüssel, dreieinhalb Stunden warten bis zum Flug nach München. Um 15 Uhr am Sonntag bin ich wieder daheim bei Gudrun.

Ok, mein Bericht ist wieder zu lang geschrieben? Sorry for that, euer "Doggda" Roland

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